Bericht 25.10.2009

Hallo Ihr Lieben!

da hier in Kuba das Internetten nicht so nett und fluessig laeuft (teuer und soooo langsam....), wie man sich das vorstellt, geben wir einfach mal kurz ein Lebenszeichen von uns......

Wir sind im Oriente an der Suedkueste angekommen, in Marea de Portillo.Nachdem wir uns einige Tage in Havanna anklimatisiert haben und andere spanische Velofahrer getroffen haben, haben wir unsere Plaene geaendert und sind zuerst mit dem Bus nach Bayamo gefahren. Da der Wind auf der Insel meist von Osten her blaest, ist das bequemer auch von Ost nach West zu reisen. Bis Guantanamo muessen wir halt noch auf die Zaehne beissen, nachher haben wir den Wind im Ruecken. Unsere 2.Veloetappe an die Kueste war sehr hart, war doch auf der Karte eine befestigte Strasse ueber die Berge eingezeichnet. Die ersten 12km waren dann auch o.k.- klar mit happigen Steigungen, aber machbar......doch was uns danach bevorstand uebertrifft unsere bisherigen gefahrenen miesesten Strassen!! Die Strasse war nur noch wie ein breites ausgeschwemmtes Bachbett mit groben Steinen und immer wieder mit unfassbar steilen Aufstiegen, sodass Silvia zum Teil nicht mal selbst hochschieben konnte....der Schweiss floss in Stroemen...nach 4 Stunden zog auch noch ein Gewitter auf und machte die Strasse matschig und weich. Aber wir haben es geschafft!nach 6 Stunden fuer 56km, total kaputt und muede, verschweisst, hungrig und verdreckt mussten wir dann auch noch das im Fuehrer ausgewaehltes Hotel links liegen lassen weil dies noch geschlossen ist (Nebensaison) und in ein fuer uns teures All-Inclusiv Resort absteigen.Wir hatten gar keine andere Wahl, man kommt in Kuba nicht einfach so bei Lokalen unter, denn es ist den Leuten hier verboten privat Geschaefte zu machen, ausser sie haben eine Lizenz dazu. Zudem sind die Menschen hier extrem arm und leben meist in sehr sehr einfachen Verhaeltnissen, haben gar kein Platz oder sonst Einrichtung fuer so zwei crazy Velofahrer.

Nun hat Silvia auch grad die Gelegenheit gepackt und Michi einen Tag im Resort geschenkt, er hat ja bald Geburtstag! Nun erholen wir uns im angenehm gekuehlten Zimmer, am Buffet gibt es die Gelegenheit unsere Batterien mit Fruechten und Essen aufzufuellen, die wir sonst gar nicht bekommen koennen.Wir werden heute einen faulen Tag am Pool machen, bevor es morgen weitergeht in Richtung Santiago de Cuba wo wir wahrscheinlich in ca 2 Tagen ankommen werden. (Wir gesagt, wir werden noch ein paar Tage starken Gegenwind haben).

Wir sind gesund und uns geht es gut. Silvia hatte schon mehr Probleme, sich an diese Armut, an diese Ungerechtigkeiten zu gewoehnen.....Pauschalturisten bekommen das in diesem Land nicht so mit. Aber auf diese Art wie wir reisen, leben wir halt mitten im kubanischen Volk und da bekommt man auch die Schattenseiten mit. Doch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier ist gross! Wir Schweizer koennten einiges von den Kubanern lernen!

So stehen wir auch wie sie eine Stunde in der Schlange um Bananen zu kaufen, bis man drankommt hats vielleicht keine mehr. Es gibt zu essen was es hat, es wird gegessen was es gibt.....das Sortiment auf den Maerkten ist schmal und nicht ueppig, man muss sich zu helfen wissen! Aber keine Angst, bis jetzt haben wir noch keinen Hunger gelitten, jedoch werden wir nach diesem Monat die Bohnen und den Reis nicht mehr anschauen koennen.

Wir hoffen, ihr habt es gut in der kalten Schweiz, bald bekommt man ja die Grippeimpfung....

Wir wuenschen euch eine gute Zeit und senden euch ein paar Plusgrade von unseren mindestens 30 die wir jeden tag bekommen.

Liebe Gruesse und hasta luegovon Silvia und Michi



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